Brustvergrößerung

Für eine individuell angepasste Form, Größe und Festigkeit der Brust

Die Brustvergrößerung ist eine der beliebtesten Schönheitsoperationen. Um ein für die Patientin zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen, gilt es, vorab detailliert auf die individuellen Wünsche und physischen Voraussetzungen einzugehen. So gibt es bei der Implantatwahl ästhetische Unterschiede, außerdem verschiedene Zugangswege und Positionierungen. Die Mammaaugmentation ist in jeder Altersklasse weit verbreitet. Sie wird bei jüngeren Frauen häufig aufgrund des Wunsches einer volleren Oberweite angefragt, oder nach einer Schwangerschaft und Stillzeit oft mit einer Straffung kombiniert. Auch im Rahmen von Gewichtsverlust und Alterungsprozessen und damit einhergehendem Volumenverlust ist der Eingriff sehr populär.

Fakten

Fachbegriff

Brustaugmentation oder Mammaaugmentation

Ziel

Form, Größe und Festigkeit der Brust optimieren

Dauer

ca. 1 bis 2 Stunden

Narkose

Vollnarkose, in Ausnahmefällen örtliche Betäubung

Klinikaufenthalt

ambulant oder stationär

Nachbehandlung

  • Verband (1 bis 2 Tage)
  • Spezial-BH für 2 bis 3 Wochen
  • 2 bis 3 Nachkontrollen

Nach der Operation

  • Duschen nach Verbandentfernung (1 bis 2 Tage)
  • Fadenentfernung nach 8 bis 10 Tagen
  • leichte Bewegung nach 4 Wochen, Sport nach 3 Monaten (mit Spezial-BH)
  • Sonneneinstrahlung und Saunabesuche nach 6 Monaten

Schmerzen

mittel bis stark

Narben

wenig sichtbar (je nach Methode)

Gesellschafts- und Arbeitsfähigkeit

nach 7 bis 10 Tagen

Haltbarkeit

ca. 10 bis 15 Jahre

Endgültiges OP-Ergbenis sichtbar

nach 4 bis 6 Monaten

Methoden mit Implantaten

Zur Einbringung der Implantate bieten sich drei Zugänge an: Durch die Brustumschlagfalte (Inframammär), durch die Achselhöhle (Transaxillär) und durch den Brustwarzenhof (Periareolär/Transaleolär).

Schnitt in der Brustumschlagfalte
Vorteile
  • guter Zugang zum Operationsfeld für den Chirurgen
  • nahezu unsichtbare Narben
  • Schonung des Drüsengewebes
  • keine Gefahr für die Gefühlsechtheit und Stillfähigkeit
Nachteil
  • bei prallen, runden oder sehr kleinen Brüsten kann die Narbe leicht sichtbar sein
Schnitt am Brustwarzenhof
Vorteile
  • leichtes Erreichen der Operationsstelle für den Arzt
  • bei kleinen/unterentwickelten Brüsten ist die Narbe weniger (vgl. Schnitt in der Brustumschlagfalte)
Nachteile
  • das Drüsengewebe und die Milchgänge können verletzt werden (im schlimmsten Fall ist die Stillfähigkeit beeinträchtigt)
  • die Narbe ist leicht sichtbar und zeichnet sich in seltenen Fällen farblich ab
Schnitt in der Achselhöhle
Vorteile
  • keine Narbenbildung im Brustbereich
  • Schonung des Drüsengewebes
  • keine Beeinträchtigung der Sensibilität der Brust
Nachteile
  • chirurgisch sehr anspruchsvolle Operation (Blutungen möglich, Infektionsgefahr besteht durch Nähe zu den Schweißdrüsen)
  • langer Zugangsweg erschwert ein gewebeschonendes Einschieben des Implantates (Schmerzen nach dem Eingriff)

Position der Implantate

Bei allen Operationsmethoden werden die Implantate entweder vor oder hinter dem Brustmuskel in die vormodellierte Gewebetasche eingesetzt.

Brustvergrößerung hinter dem Brustmuskel (Subpektoral)

Diese Art der Platzierung wird häufiger angewandt, da durch den Muskel eine bessere Abdeckung des Implantates gewährleistet ist. Der Brustmuskel wird vom Brustkorb gelöst und das Implantat dahinter eingeschoben.

Vorteil: Eine natürliche Optik, verminderte Gefahr einer Kapselfibrose, geringe Tastbarkeit

Nachteil: Es können stärkere Schmerzen nach dem Eingriff auftreten, da sich der Brustmuskel der neuen Situation anpassen muss.

Brustvergrößerung vor dem Brustmuskel (Epipektoral)

Das Implantat wird vor dem Muskel direkt unter der Brustdrüse eingearbeitet. Diese Platzierung wird häufig bei Frauen mit durchschnittlich bis großen Brüsten gewählt. Durch das vorhandene Gewebe ist das Implantat nicht sichtbar.

Vorteil: Die Platzierung ist weniger schmerzhaft.

Nachteil: Eine größere Gefahr der Kapselfibrose ist gegeben.

Methoden ohne Implantate

Sie lehnen Silikonimplantate ab? Dann könnte folgende Methoden mögliche Alternativen für Sie sein.

Die Brustvergrößerung mit Eigenfett limitiert die Vergrößerung jedoch auf 150 ml mehr Volumen. Das entspricht etwa einer halben Körbchengröße. Bedingungen für eine erfolgreiche Behandlung sind, neben dem Wunsch nach einer weniger umfangreichen Vergrößerung, dass Sie noch relativ jung sein sollten und so keine Straffung der Brust benötigen. Zudem sollten Sie sich natürlich gerne an einer anderen Körperstelle Fett absaugen lassen wollen. Ist eine Brustvergrößerung mit Eigenfett gewünscht, werden dem Körper mit Hilfe einer Fettabsaugung zunächst Fettzellen an einer dafür geeigneten Körperstelle entnommen (Liposuktion). Diese werden dann nach Aufbereitung mit einer speziellen Kanüle in die Brust eingebracht. Bei dieser Methode benötigt man mehrere Sitzungen, auch, da nach jeder Sitzung etwa 50% der Fettzellen wieder abgebaut werden. Das endgültige Resultat der Brustvergrößerung mit Eigenfett ist nach etwa drei Monaten sichtbar.

Die Methode nach BEAULI wurde im Jahr 2007 entwickelt und basiert auf der schonenden Gewinnung von kleinsten Fettzellenpartikeln mittels wasserstrahlassistierte Fettabsaugung. Diese ist eine besonders schonende Methode der Brustvergrößerung, bei der Fettzellen aus dem Bindegewebe sozusagen sanft herausgespült werden. Anschließend werden die präparierten Fettzellen mit einer speziellen, feinen Kanüle im Fettgewebe der Brust und im Brustmuskel-Bereich gleichmäßig verteilt. Da ca. 20 – 30 % der Fettzellen nicht dauerhaft anwachsen, sind 2 bis 3 Sitzungen im Abstand von je mindestens 3 Monaten nötig. Pro Transplantation kann ein Volumengewinn von einer halben Körbchengrösse erzielt werden. Nach 3 Monaten ist mit keinem Volumenverlust mehr zu rechnen. Die Operationsdauer beträgt bei diesem Eingriff ca. zwei bis drei Stunden. Diese Herangehensweise ist dann geeignet, wenn Sie sich eine gemäßigte Brutvergrößerung (von Cup A auf Cup B) wünschen und Ihr BMI nicht unter 18 ist. Wie jede Operation hat auch diese Methode ihre Risiken, wie die Bildung von Ölzysten, oder Verkalkung des abgestorbenen Fettgewebes mit Verhärtung der Brust. Ein ungleichmässiger Abbau der Fettzellen, was eine Asymmetrie der Brüste zur Folge haben kann, ist auch möglich.

Bei dieser Methode der Brustvergrößerung wird ebenfalls Fett abgesaugt. Hierbei werden nach der Absaugung in einem speziellen Verfahren die Fettstammzellen isoliert, um sie später dem zu transplantierenden Fett wieder beizufügen. Die Stammzellen-Lösung wird dann hinter der Brustdrüse eingebracht, wo sie nach kurzer Zeit Blutgefäße bildet und fest in das bereits vorhandene Gewebe einwächst. Dieses Verfahren der Brustvergrößerung ist sehr aufwändig, die Operationszeit beträgt ca. sechs Stunden. Es gibt jedoch noch keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass durch die Anreicherung mit Fettstammzellen ein besseres Heilergebnis erzielt wird.

Macrolane besteht aus dem bekannten Filler Hyaluronsäure. Die gelähnliche Substanz wird nach Lokalanästhesie mittels Injektionstechnik hinter die Brustdrüse eingebracht. Da der Körper das eingespritzte Mittel wieder abbaut, muss mit regelmäßigen „Auffrischungsbehandlungen“ im Abstand von neun bis zwölf Monaten gerechnet werden. Bei unregelmäßigem Abbau der Substanz kann es zu Asymmetrien kommen. Aufgrund der dürftigen Studienlage konnte bisher nicht eindeutig ausgeschlossen werden, dass es durch die Einspritzung von Macrolane zu einer Zysten- und Granulombildung kommen kann. Auch ist bisher noch unklar, ob sich Hyaluron vollständig abbaut – falls nicht, sind Verkapselungen und Verhärtungen möglich.

Vorteile der Methode
  • keine Schnitte bzw. Narben an der Brust
  • kein Silikonimplantat notwendig
Nachteile der Methode
  • Vergrößerung maximal um 150 ml Volumen möglich
  • Brust kann sich asymmetrisch verformen, da der Abbau der Fettzellen ungleichmäßig verlaufen kann

Hinweise

Implantate

Die gängigen Markenimplantate gelten heute als sicher. Wichtig ist, dass nur in Europa zugelassene Produkte verwendet werden. Diese sind an der Kennnummer: CE plus einem vierstelligen Zahlencode erkennbar. Grundsätzlich gibt es zwei typische Formen von Implantaten: Anatomisch geformte (tropfenförmige) und runde (halbkugelförmige) Implantate. Ausgehend von diesen Grundformen werden viele Varianten angeboten.

Risiken

In zehn bis fünfzehn Prozent der Fälle kann es zu einer Abstoßung des Implantats durch den eigenen Körper kommen. Dadurch können Gewebeverhärtungen entstehen, die eine tennisballähnliche Verformung der Brust nach sich ziehen. Darüber hinaus kann das Implantat verrutschen, wenn eine Patientin beispielsweise die Ruhephase nicht einhält, oder die Implantattasche zu groß geraten ist. Sensibilitätsstörungen im Bereich der Brustwarze und der Narben können vorkommen, sind aber eher selten. Zu den größten Risiken bei diesem Eingriff zählen Asymmetrie, unschöne Narben und ein unbefriedigendes ästhetisches Ergebnis. Patientinnen, die eine operative Brustvergrößerung durchführen lassen, sollten sich dessen bewusst sein, dass nach ca. zehn bis fünfzehn Jahren ein erneuter Eingriff notwendig werden kann. Dies kommt durch die altersbedingte Haut- und Gewebeerschlaffung, die eine Veränderung des Brustbildes nach sich ziehen können. Zudem hat ein Brustimplantat eine begrenzte Lebensdauer und ein Implantatwechsel oder eine Explantation kann jederzeit aufgrund von Komplikationen erforderlich sein. Implantate können das Brustgewebe so verdecken, dass eine Früherkennung von Krebs erschwert wird. Dieser Nachteil kann durch eine ergänzende Ultraschalluntersuchung oder Kernspin-Tomographie der Brustdrüse ausgeglichen werden. In Langzeitstudien konnte allerdings bisher kein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Brustimplantaten und dem gehäuften Vorkommen von Brustkrebs festgestellt werden. Bei dieser Behandlung können allgemeine OP-Risiken nicht ausgeschlossen werden.

Risiken im Überblick

  • Gewebeverhärtungen (Kapselfibrose)
  • Sensibilitätsstörungen
  • Asymmetrie
  • Verrutschen der Implantate
  • eingeschränkte Stillfähigkeit (bei Zugang durch Brustwarze)

Nebenwirkungen

In den ersten Tagen nach der Operation muss durch die Spannung in der Brust mit Schmerzen gerechnet werden (vor allem bei einem submuskulären Eingriff). Dieses Spannungsgefühl, ähnlich einem starken Muskelkater, hält in der Regel die ersten Wochen nach der Operation an. Schwellungen und Blutergüsse sind zunächst normal, klingen aber mit der Zeit ab und verschwinden nach ungefähr zwei Monaten. Die Wundschmerzen lassen innerhalb weniger Tage nach. Wie bei jeder Operation gelten die allgemeinen Operationsrisiken.

Nebenwirkungen im Überblick

  • Fremdkörpergefühl
  • Wundschmerz
  • Schwellungen
  • Blutergüsse

Diese Informationen beinhalten medizinisches Grundlagenwissen. Sie dienen der Vorbereitung auf das Arztgespräch, ersetzen jedoch in keiner Weise das individuelle Aufklärungsgespräch durch den behandelnden Mediziner. Lassen Sie sich Methode, sowie Risiken und Nebenwirkungen genau und fallspezifisch erklären.