Information und Beratung zu PIP-Implantaten
Sie haben erfahren, dass Ihnen bei Ihrer Brustvergrößerung Implantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) eingesetzt wurden oder sind sich nicht sicher, welches Silikon bei Ihrer OP verwendet wurde? Wir verstehen, dass Sie besorgt sind und helfen Ihnen gerne mit Informationen und individueller Beratung weiter.
» Erste Schritte
» Wer trägt die Verantwortung für die fehlerhaften Implantate?
» Gesundheitsrisiken durch PIP-Implantate
» PIP-Brustimplantate entfernen lassen?
» Wer trägt die Kosten für eine Entfernung der Implantate bzw. einen Implantatwechsel?
» ACREDIS – Unterstützung bei der Suche nach Experten
Ihnen wurden PIP-Brustimplantate eingesetzt und Sie möchten sich von einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie untersuchen lassen? ACREDIS unterstützt Sie gerne bei der Suche von für Sie geeigneten und kompetenten Fachärzten. Ihre Telefon-Beraterin informiert Sie unabhängig. Unter der Servicenummer 0800 - 60 11 850 können Sie uns kostenfrei erreichen.
Erste Schritte
Die fehlerhaften Brustimplantate bilden vermehrt Risse und können unter anderem zu lokalen Entzündungsreaktionen bei betroffenen Frauen führen. Doch auch wenn Sie keine Beschwerden haben, sollten Sie sich gründlich informieren und kompetent beraten lassen. An erster Stelle steht dabei, sich über das eigene Implantat zu informieren. Jeder seriöse Arzt gibt seinen Patientinnen einen Implantatausweis mit, in dem die genaue Bezeichnung des eingesetzten Implantats eingetragen ist. Sollten Sie keinen solchen Ausweis besitzen oder den eingetragenen Vermerk nicht sicher deuten können (im Fall der fehlerhaften Implantate müsste hier PIP oder „Rofil Medical Nederland“ verzeichnet sein), ist es ratsam, sich zunächst beim behandelnden Chirurgen zu informieren und eine schriftliche Bestätigung der Operateure anzufordern.
Wer trägt die Verantwortung für die fehlerhaften Implantate?
Laut einer Untersuchung der Französischen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (SOFCPRE) liegt die Verantwortung für die fehlerhaften Brustimplantate beim Hersteller Poly Implant Prothèse (PIP). Zwar erhielt das französische Unternehmen das CE-Zeichen, das EU-Siegel für Produktsicherheit, für sein Silikongel, verwendete aber ab 2001 zu einem hohen Prozentsatz ein nicht geprüftes Gel als Füllung der Implantate. Das von PIP verwendete Material ist für die Herstellung von Matratzen gedacht, zudem wurde bei den betroffenen Implantaten auf die Schutzschicht verzichtet. Vertrieb und Verwendung sind bereits seit Mitte letzten Jahres europaweit verboten.
Gesundheitsrisiken durch PIP-Implantate
Wie oben beschrieben besteht bei den fehlerhaften PIP-Implantaten eine erhöhte Riss-Gefahr. Reißt ein Brustimplantat, kann es zu lokalen Entzündungsreaktionen und der Verbreitung des Silikons in der Brust kommen. Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass die Implantate verstärkt „ausschwitzen“, also Silikon durch die Hülle hindurch in den Körper gelangt, auch wenn diese nicht einreißt.
Der Verdacht eines Zusammenhangs von Brustimplantaten des Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) und Krebs-Erkrankungen wurde jedoch bisher nicht bestätigt. Die Untersuchung der Brustkrebsfälle aus Frankreich konnte keine Verbindung zwischen dem Industrie-Silikon und dem Auftreten von Brustkrebs herstellen, so die letzte Information aus dem Französischen Gesundheitsministerium.
Frauen, die keine vorsorgliche Entfernung durchführen lassen, müssen mit der Gefahr eines Risses und dessen Folgen sowie unsicheren Ergebnissen bei der Krebsvorsorge durch ausgetretenes Silikon rechnen. Zudem ist ein Eingriff nach einem Implantate-Riss komplizierter als eine vorsorgliche Entfernung.
PIP-Brustimplantate entfernen lassen?
Trotz dieser beunruhigenden Informationen warnt Nigel Mercer, Präsident der Britischen Vereinigung der Ästhethisch-Plastischen Chirurgen (BAAPS), vor Panik. Es sei jedoch wichtig, alle sechs Monate eine Ultraschalluntersuchung der Brust bei einem kompetenten Facharzt zu veranlassen. So ließe sich klären, ob sich Risse im Implantat gebildet haben. Nur wenn dies der Fall ist, empfiehlt die BAAPS die Entfernung aller eingesetzten Implantate auf beiden Seiten.
Für eine prophylaktischere Vorgehensweise plädiert die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Sie rät, die mangelhaften PIP- Implantate auch ohne Beschwerden vorsorglich entfernen zu lassen, da die mit Industrie-Silikon gefüllten Kissen nicht den modernen Qualitätsstandards entsprechen und eine eventuelle Infektion und andere Erkrankungen langfristig nicht ausgeschlossen seien. Auch das französische Gesundheitsministerium empfiehlt eine vorsorgliche Entfernung „ohne Eile“, dem schließt sich Prof. Dr. Peter M. Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) an. Eine Entfernung erscheine sinnvoll, da die fehlerhaften Implantate schneller reißen und das dann austretende Silikon nur schwer zu entfernen sei.
Auf Basis des heutigen Wissens halten die meisten europäischen Behörden, darunter das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, die vorsorgliche Entfernung der betroffenen Brustimplantate jedoch für übertrieben und verweisen auf das Risiko eines eventuell unnötigen Eingriffs.
Wer trägt die Kosten für eine Entfernung der Implantate bzw. einen Implantatwechsel?
Sicher stellen Sie sich die Frage, wer im Ernstfall die Kosten für die Entfernung der Implantate bzw. einen Implantatwechsel übernimmt. Die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) fordert die Kostenübernahme von Krankenkassen und appelliert diesbezüglich an die Gesetzgeber, da weder den Patientinnen noch den Ärzten bekannt war, dass durch kriminelle Machenschaften spezielle Risiken beim Einsetzen eines Brustimplantats bestanden. So sind nun die Krankenkassen gefragt, die sich zwar auf den Paragraphen 52 SGB V, Absatz 2 berufen, der sie von der Zahlungspflicht für Folgen ästhetischer Operationen befreit, aber dennoch ihren Handlungsspielraum zu Gunsten der Patientinnen nutzen könnten. Auch die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) strebt zumindest eine Beteiligung an den Kosten durch die Kassen an. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen habe in einem Interview die Übernahme eines Teils der Kosten für die Entfernung der Implantate zugesagt.
ACREDIS – Unterstützung bei der Suche nach Experten
Wie wir oben zu Ihrer Information und Aufklärung ausführlich beschrieben haben, sind sich die verschiedenen Vereinigungen und staatlichen Stellen bezüglich des Umgangs mit PIP-Implantaten nicht einig. Ob Sie sich für eine vorsorgliche Entfernung oder eine regelmäßige Untersuchung und Überprüfung der Brustimplantate entscheiden, ist letztlich Ihre Entscheidung.
Es ist uns wichtig, Sie mit dieser Problemstellung nicht alleine zu lassen und Sie so gut wie nur möglich zu unterstützen. Sollten bei Ihnen Implantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) eingesetzt worden sein, ist in jedem Fall eine gründliche Untersuchung bei einem erfahrenen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie wichtig. ACREDIS hilft Ihnen gerne, kompetente Ärzte in Ihrer Region zu finden, die den ACREDIS Qualitätskriterien entsprechen und über eine spezielle Fachausbildung sowie genügend Erfahrung verfügen.
Sie möchten sich von einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie untersuchen lassen, um über Ihre weitere Vorgehensweise mit den PIP-Brustimplantaten entscheiden zu können? ACREDIS unterstützt Sie gerne bei der Suche von für Sie geeigneten und kompetenten Fachärzten. Ihre Telefon-Beraterin steht persönlich für Sie zur Verfügung und freut sich, Sie begleiten zu dürfen. Unter der Servicenummer 0800 - 60 11 850 können Sie uns kostenfrei erreichen.
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