Bin ich normal "unten herum"?

  • Bin ich normal "unten herum"?

 Bin ich „normal“ oder falle ich aus der Norm da untenrum?

Ich bin 49 Jahre alt und trage schon lange den Gedanken mit mir herum, ob ich eine Schamlippenreduktion durchführen lassen soll oder nicht. Meine Unsicherheit ist sehr gross, da ich nicht weiss, ob ich „normal“ bin oder nicht. Mit meinen Freundinnen kann ich nicht darüber sprechen. Der Gedanke lässt mich jedoch nicht los. Mein Problem ist meiner Ansicht nach optisch, weil es mir nicht gefällt, so wie es ist und ich es ziemlich seltsam finde wie es aussieht. Da ich nicht weiss ob das eben doch noch in der Norm ist oder eben nicht, kann ich selber die Richtigkeit oder Notwendigkeit - medizinisch oder ästhetisch angesehen - nicht beurteilen. Das müsste ein Arzt sehen und mich aufklären ob eine OP medizinisch angebracht wäre oder nicht. Meine Frauenärztin ist eher ein Mannsweib und so pragmatisch orientiert, hat selbst 3 Kinder, dass ich mir blöd vorkomme, die Frage zu stellen, ob das alles „normal“ ist oder nicht. Ich traue mich einfach nicht.

Was für Konsequenzen hätte eine OP?

Noch immer plagt mich die Frage: fällt mein Intimbereich unter die Norm oder bin ich nicht „normal“? Ich frage mich natürlich auch, ob denn ein chirurgischer Eingriff sinnvoll ist. Immerhin ist alles funktionsfähig und bei einer OP könnte ja auch etwas schiefgehen. Würde es nach einer OP denn so viel anders aussehen? Und, würde es mein Selbstwertgefühl steigern? Ich bin so unsicher. Der Gedanke an eine OP wirft etliche Fragen bei mir auf. Kann es zu Komplikationen kommen, die gravierender sind als mein Empfinden , dass etwas nicht normal ist, da unten. Ich kann also die Notwendigkeit nicht abschätzen, nur merke ich subjektiv, dass ich mich deswegen etwas schäme und es unschön finde und es auch nicht als normal anschaue wie es sein sollte. Aber vielleicht schätze ich das alles falsch ein oder es gibt eine andere Art, damit umzugehen oder einen kleineren Eingriff der anders gemacht werden kann und zu einer Lösung des Problems führen kann. Wer kann mir helfen?

Wer kann mir helfen die Entscheidung zu treffen ?

Der Gedanke, dass ich da unten nicht „normal“ aussehe, hat mich total vereinnahmt. Ich habe Recherchen angestellt, auch im Internet. Es ist nicht so einfach an derartige Informationen heran zu kommen, die auch seriös sind. Im Netz sind Bilder, wie diese, verboten. Lehrbrücher, … naja. Gleichzeitig plagt mich der Gedanke, dass ich mir eine OP eigentlich gar nicht leisten kann. Im Moment investiere ich nur in wirklich wichtige Dinge. Mmmh, diese Sache ist mir aber wichtig. Aber ich sehe sie als Luxus an und Luxus leiste ich mir im Moment nicht, auch wenn mich die Situation stört so wie sie ist. Aber ich kann auch ohne OP leben, es wäre halt vielleicht eine Möglichkeit daran etwas zu ändern, aber nur wenn es recht günstig wäre, könnte ich überhaupt darauf eingehen. Meine Gedanken gehen hin und her. Ich muss Gewissheit schaffen, ob ich normal bin oder nicht. Während meiner Internetrecherche bin ich auf das unabhängige Beratungszentrum ACREDIS gestossen. Die rufe ich jetzt mal an und schildere meine Lage.

Beratungsgespräch mit ACREDIS

Auf ACREDIS, das unabhängige Beratungszentrum für Plastische und Ästhetische Chirurgie, bin ich im Internet gestossen. ACREDIS sorgt für mehr Transparenz in der Plastischen Chirurgie indem das Unternehmen eine Zertifizierung von Schönheitschirurgen aufgebaut hat. Teil des Zertifizierungsprozesses sind 300 Prüfkriterien, die kontinuierliche Überprüfung der Fallzahlen auf den entsprechenden Eingriffen und das Patientenfeedback. Auf der Webseite von ACREDIS findet man eine Telefonnummer für eine kostenfreie Erstberatung. Ich rief an, war ziemlich aufgeregt. Die Beraterin gab mir erste Auskünfte über das Vorgehen bei der OP und der Arztwahl. Eine tiefgehende Beratung war kostenpflichtig, aber die Beraterin nahm sich alle Zeit der Welt für mich und hörte mir geduldig zu. Meine Unsicherheit bezogen auf den Eingriff oder eigentlich bezogen auf „ob ich normal bin oder nicht“ war nichts Neues für sie. Die Beraterin verwies mich auf das Infomaterial auf der ACREDIS Webseite über Schamlippenkorrekturen, was kostenfrei einsehbar ist. Da ich so unsicher war, empfahl mir die Beraterin ein Erstgespräch mit einem Arzt meiner Wahl zu vereinbaren, um eine medizinische Beurteilung zu erhalten. Die Dame von ACREDIS führte mich am Telefon über den Internetzugang bei mir zu Hause auf die Arztprofile der von ACREDIS zertifizierten Ärzte auf der ACREDIS-Seite. Die in Bezug auf Schamlippenreduktion aufgeführten Ärzte, erfüllen alle die ACREDIS-Kriterien und haben grosse Erfahrung auf dem Bereich, so dass eine Einschätzung meines Falles eine professionelle Beurteilung sein würde, die sicher nicht im Hinblick auf um jeden Preis Umsatz machen zu wollen, gefällt werden würde – was mich beruhigte. Nach der Einführung in die Arztprofile durch die ACREDIS-Beraterin nahm ich mir nochmals in Ruhe Zeit, um die Profile zu studieren. Der Eingriff wird nicht all zu oft durchgeführt, wie ich erfuhr. Viele Ärzte manipulieren ihre Fallzahlen. D.h. mache Ärzte haben nur einen Fall im Jahr, der diesen Ärzten natürlich nicht die entsprechende Routine verleiht und auch nicht das erforderliche Urteilsvermögen gibt, was zur Einschätzung von Fällen notwendig ist. Die Erfahrung bezüglich was Machbar ist und was nur wenig Verbesserung bringt im Vergleich zu dem Aufwand und den Risiken, die eine OP birgt, auch in Bezug auf seriöse Techniken, haben solche Ärzte nicht. Ich muss schon sagen, ich war auch etwas verunsichert durch das Gespräch. Nun arbeitete der Gedanke in mir, ob ich einen Arzt konsultieren sollte, um endlich zu erfahren, ob ich „normal“ bin oder eben nicht.

Erstgespräch

Der Entscheidungsprozess bzgl. einem Erstgespräch war sehr kurz. Die Hürde, die ich noch nehmen musste war klein: einen Arzt auswählen. Da die Ärzte auf der ACREDIS-Plattform alle den Kriterien der ACREDIS-Zertifizierung entsprechen, konnte ich mir sicher sein, dass alle diese Ärzte entsprechend Erfahrung auf dem Gebiet haben. Für mich war es wichtig, dass es eine Frau ist. Ich habe sowieso schon Hemmungen, über das Thema zu sprechen. Bei einem Mann wäre mir die Kehle zu geschnürt; an Ausziehen und die Sache zu beurteilen wäre nicht zu denken. Meine Entscheidung für ein Erstgespräch fiel auf Fr. Dr. P. in Hannover. Die Terminvergabe ging schnell. Innerhalb von 3 Wochen bekam ich einen Termin. Am Tag selbst war ich unheimlich aufgeregt. Ich hatte tausend Fragen. Gleichzeitig rasten Gedanken durch meinen Kopf, wie „es gibt Wichtigeres als einen schönen Intimbereich, soll ich den Termin überhaupt wahrnehmen?“. Doch nun war ich in meinem schwierigen Entscheidungsweg schon so weit vorangetreten, dass ich mich zusammenreißen wollte und den letzten Schritt auch noch wagen wollte, um endlich eine Antwort auf meine Frage zu bekommen. „bin ich „normal“ oder nicht?“. Ich meldete mich an dem Empfang der Praxis an. Die Räumlichkeiten waren modern, etwas nüchtern, aber sehr attraktiv. Das Team nahm mich freundlich auf. Ein anderer Arzt praktiziert auch noch in der Praxis. Ich war froh, dass ich zu einer Frau gehen konnte. Der Gedanke an einen männlichen Arzt für diese Thematik löste bei mir nach wie vor Abscheu und Blockaden aus. Und da sass ich auch schon im Besprechungszimmer mit Frau Dr. P.. Alles ging plötzlich so schnell, zu schnell. Ich war elends aufgeregt. Hatte alles meine Fragen vergessen. Das Gespräch wurde von der Ärztin bestimmt. Einerseits war mir das recht und andererseits kam ich mir nicht wahrgenommen vor. Hatte ich doch einen so langen und schweren Weg hinter mir, bis ich endlich den Mut gefasst hatte, einen Arzt zu konsultieren. Der Ärztin schien dies nicht bewusst zu sein. Klar, für sie war ich eine Patientin von vielen mit eben diesem Problem. Zu nah an sich ranlassen, darf man all das als Arzt ja auch nicht. Ich schwebte in meinen Gedanken. Um mich herum schien alles wie ein Film abzulaufen, ich war wenig beteiligt - vielleicht physisch, jedoch nicht mental und aktiv. Das reale Begutachten des Intimbereiches lies ich über mich ergehen. Die Ärztin war sehr professionell. Jedoch für meine eigentliche Frage „bin ich normal oder nicht“ blieb kein Raum. Vielleicht wollte die Ärztin diese Frage auch vermeiden. Sie persönlich darf sicher kein Urteil darüber abgeben jedoch medizinisch könnte sie dies tun. Immerhin hat sich gelernt oder vielmehr studiert, was „normal“ ist und sieht im Alltag viele Fälle. Klar, die üblichen Fragen „haben Sie Schmerzen beim Gehen, Sportmachen, Liebesakt usw. kann ich alle mit NEIN beantworten. Mein Sexualleben scheint auch normal zu sein, zumindest funktioniert alles wie es sollte – soweit ich weiss. Meine Gedanken wurden gestoppt als die Ärztin eine Zeichnung machte und mir eine Blatt zum Unterschrieben hinlegte, worauf sie die Risiken schrieb. Ich war überfordert. Wieder verschwand alles im Nebel und schon befand ich mich wieder im Zug nach Hause. Ich war enttäuscht. Keine meiner Fragen waren beantwortet worden.

Beratung ACREDIS

Völlig niedergeschlagen rief ich wieder bei ACREDIS an und schilderte mein Erlebnis. Meine Fragen waren nicht beantwortet, Ich hatte alles im Nebel erlebt und ich habe etwas unterschrieben, wo ich nicht genau weiss, was das ist. Die ACREDIS-Beraterin beruhigte mich zum einen, dass der unterschriebene Zettel lediglich das zur Kenntnisnehmen der Risiken und möglichen Komplikationen war, die soz. Aufklärung, mich jedoch zu nichts verpflichtet oder ich gar zu irgendetwas zu stimme, was ich nicht will. Zum anderen berichtete die Beraterin von anderen Patienten, die das Erstgespräch, besonders bezogen auf diese OP, welche doch recht in die Privatsphäre dringt, ähnlich empfunden haben. Das Phänomen, völlig neben sich zu stehen und alles im Nebel zu erleben, ist also bekannt. Nur wie komme ich nun zu den Antworten. Die Beraterin von ACREDIS empfahl mir, wie es das optimale und das von ACREDIS empfohlene Vorgehen ist, eine sog. Second Opinion einzuholen. Gleichfalls empfahl man mir das Gespräch setzen zu lassen und alle offenen Fragen auf zu schreiben. Den Zettel mit den Fragen sollte ich zum nächsten Arzttermin mitnehmen. Der Rat der Beraterin war auch, dass ich auf das Beantworten all meiner Fragen beharren sollte. Immerhin ist es meine Zeit, die ich bei dem Arzt gebucht habe und auch bezahlen würde. Es ist Aufgabe des Arztes meine Fragen zu beantworten und eine medizinische Einschätzung vor zu nehmen. Gleichzeitig hat die Beraterin mich auch ernüchtert und darauf hingewiesen, dass die Ärztin keine emotionale Empfehlung oder individuelle Einschätzung bzgl. „normal“ und „unnormal“ abgeben kann und darf. Das ist mir auch klar. Aber trotzdem: ich will wissen, ob ich normal bin. Ich finde es so, wie es ist, nicht normal und einfach nicht schön. In den nachfolgenden Tagen habe ich alle meine Gedanken und offenen Fragen aufgeschrieben. ACREDIS empfahl mir nochmals einige Spezialisten, die auch dafür bekannt sind, dass sie etwas Feingefühl für schüchternere Patienten haben, aus denen ich einen Arzt für eine Second Opinion auswählte.

Second Opinion

Ganz klar war für mich, dass auch der Arzt für die Second Opinion eine Frau sein musste. Parallel zu den Profilen von ACREDIS recherchierte ich die ACREDIS-Ärzte auch im Web. Eine mir sehr erfahrene Ärztin auf diesem Bereich mit einer vernünftigen Einstellung gegenüber der Intimchirurgie erschien mir Frau Dr. N. in Zürich. Über ACREDIS bekam ich schnell einen Termin bei Frau Dr. N.. Optimal vorbereitet trat ich den Termin an. ACREDIS hatte mich gefragt, ob das Gespräch auf VIDEO aufgezeichnet werden dürfe, da ich nicht die einzige Frau sei, die genau das durchlebe, was ich bis heute hier beschrieben habe und dass viele Frauen nicht den Mut haben, die Sache an zu gehen, sondern die Fragen im Keim ersticken oder niemals beantwortet bekommen, sich aber damit quälen. Durch die Dokumentation würde Licht ins Dunkel gebracht werden. Ich könnte vielen Frauen damit helfen. Und ja, ich selbst konnte am allerbesten nachvollziehen, was ACREDIS mir hier berichtete, denn ich war ja Eine von jenen. Ausserdem hatte ich inzwischen so ein vertrauensvolles Verhältnis mit ACREDIS aufgebaut gehabt, dass ich mich durch die Begleitung auch sicherer fühlte. Sicherer darin, keine Frage unbeantwortet zu lassen. Das Gespräch begann mit den üblichen Fragen: Was mein Problem sei, was mich stört und ob ich im Alltag beeinträchtigt sei, ob ich Schmerzen hätte beim Gehen, Sportmachen und Liebesakt. Dann wurde den Tatsachen ins Auge gesehen. Alles geschah sehr ungezwungen, vertraut und sehr einfühlsam. Ich war nicht mehr gehemmt. Ich konnte zeigen wie ich es gerne hätte und was mich störte. Kein Ekel, keine Scham, kein Zögern. Nachdem klar war, was das Problem ist, konnte ich mich wieder anziehen und wir sprachen am Schreibtisch der Ärztin weiter. Sie machte gleichfalls eine Zeichnung. Bereits bei der Untersuchung teilte sie mir mit, dass ihr völlig klar sei, was mich störe, dass aber der Grundbefund relativ normal für mein Alter und die Beschaffenheit meiner Haut und meines Gewebes sei. Eine minimale Asymmetrie war erkenntlich, jedoch sind wir Menschen ja keine perfekten Wesen, so dass minimale Asymmetrien völlig normal sind. Was ich symphytisch fand und mich ermutigte mich besser annehmen zu können, wie ich bin. Die Ärztin erklärte mir ganz klar, dass mein Fall eher der ungewöhnlichere Fall sei: die äusseren Schamlippen waren erschlafft und die rechte Schamlippe hing etwas mehr runter als die linke, während beide äusseren Schamlippen nicht mehr das Volumen aufwiesen, was sie in jungen Jahren tun. Direkt und unverblümt teilte mir die Ärztin mit, dass sie nichts von den Techniken hielt irgendwelche Fillers wie z.B. Eigenfett oder andere Füllmaterialien in die äusseren Schamlippen zu spritzen, dass diese wieder voller erschienen. Diese Techniken lehne sie ab, da diese nicht seriös seien und meinem Problem nicht auf den Grund ginge. Weiter erläuterte sie, dass die Möglichkeiten zur Behebung des Problems begrenzt seien, da eine Straffung in beide Richtungen notwendig wäre, diese aber aus technischen Gründen und der Beschaffenheit des Intimbereiches und dessen Funktionen mit der unheimlich sensiblen und unendlich vielen Nervenbahnen überzogenen Hautpartien, nur bedingt umsetzbar ist, geht man nicht all zu grosse Risiken ein. Die Ärztin erklärte mir anhand mehrerer Skizzen den Eingriff, Möglichkeiten und Grenzen und wies mich darauf hin, dass das Ergebnis nur 50% meines Wunsches gerecht werden könnte und ich mir bewusst sein müsste, dass ich mit einem nur halb erfüllten „Wunsch“ eine Narbe mit dazu bekommen würde, die sichtbar bleibt, jedoch sich wahrscheinlich so entwickeln würde, dass man nach ihr suchen müsste. Gleichfalls wies sie mich auf die Risiken und möglichen Komplikationen hin, denen ich mir bewusst sein müsste. Die Entscheidung müsse ich selbst treffen. Diese könne mir keiner abnehmen. „Normal?“ oder „abnormal?“ – diese Frage war nun endlich beantwortet. Alles scheint normal zu sein und meinem Alter entsprechend und der Beschaffenheit meines Körpers entsprechend – ich bin recht schlank – eben entsprechend etwas erschlafft. Ich fühlte mich recht gut aufgeklärt. Alles Fragen waren beantwortet. Emotional suchte ich trotzdem Halt und einen Rat, von einer erfahrenen Person, die mir sagen könnte, was ich tun solle. Auch hier hörte mir Frau Dr. N. aufmerksam und verständnisvoll zu, konnte mir jedoch aus der Position einer Ärztin heraus keinen emotionalen Rat geben. Die Fakten legte sie mir nochmals dar gleichfalls mit dem Hinweis, dass ich abwägen solle, was es mir bringe und wieviel Aufwand und Risiko ich hierfür auf mich nehmen müsse. Dies schätzte ich sehr, da sie mich auch zu einer OP drängen hätte können, um ihr Fallzahlen und Umsatz zu erhöhen. Aber das tat sie nicht. Respekt und vielen Dank hierfür.

Weitere Recherchen

Trotz klarem Zweitgespräch und optimaler Aufklärung war mein Kopf voll mit Informationen. Es fiel mir schwer die Meinungen zu trennen: solche, die mich zu einer OP drängten und solche, die mich darin bestärkten mich so anzunehmen, wie ich bin. Die letzten Wochen waren voll mit Terminen. Einerseits kam ich kaum zum Nachdenken, andererseits dachte ich an nichts anderes. Ich kam nicht zur Ruhe. Von einer Entscheidung war ich weit entfernt. Weitere Recherchen im Internet und das auffinden von einem Video, wo man per Illustration den Eingriff dokumentiert sehen konnte, ließen keine Zweifel diesbezüglich offen, was dann bei einer OP geschehen würde. Gleichfalls wurde mir immer bewusster, wieviel Unsicherheit und Informationsbedarf unter den Frauen herrscht, welche nicht gedeckt werden können, weil es immer noch ein Tabuthema ist oder eben auch von sexsüchtigen Interessen missbraucht werden würde. Ich war stolz, hier einen Beitrag geleistet zu haben und mit der Live-Dokumentation meines Zweitgespräches den Frauen zeigen konnte, dass es keinen Grund gibt sich auch nur für irgendeine Frage zu schämen oder sich mit den Gedanken nicht an einen Arzt zu wenden, der einem beantworten kann, ob man mehr oder weniger „normal“ ist. Es fiel mir nicht leicht. Natürlich habe ich öfters noch den Gedanken, was, wenn mich jemand erkennt? Ich habe es niemandem in meinem Freundeskreis erzählt. Nichtmeiner besten Freundin; nicht meinem Partner rund auch keinem aus meiner Familie. Trotzdem, ich möchte helfen, mit einem Tabu zu brechen, auch wenn ich es „nur“ anonym tue. Traut Euch FRAUEN!

Meine Entscheidung

Nach langem Hin und Her habe ich mich dazu entschlossen, dass niemand perfekt ist und schon garnicht symmetrisch, dass Liebemachen nichts mit perfektem Aussehen zu tun hat und ich mich so annehmen muss, wie ich bin. Wenn es je wieder zum Thema werden sollte, weiss ich an wen ich mich wenden kann. Für die Begleitung durch ACREDIS während meinem Entscheidungsprozess bin ich sehr dankbar. Toll, dass es so ein Beratungszentrum gibt.

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