Zur Narkose
Was Sie über die Narkose wissen müssen
Vollnarkose, Dämmerschlaf oder nur örtliche Betäubung? Welche Art ist für welchen Eingriff die richtige Narkose?
1. Vollnarkose
- Anwendung:
Für größere und komplexere Eingriffe (z.B. Brustoperationen) - Betäubung:
Der Narkosearzt (Anästhesist) spritzt unmittelbar vor der Operation einen Mix aus Schmerz- und Schlafmittel sowie muskelentspannende Substanzen in die Venen und versetzt so den Patienten in einen Tiefschlaf. Während der Operation wird der Patient künstlich beatmet. Wichtige Lebensfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck und der Sauerstoffgehalt im Blut, werden dabei laufend kontrolliert und gesteuert. - Risiko:
Mit der heutigen Technologie sind die Risiken überschaubar. Dennoch ist jede Narkose für den Körper eine Belastung.
– erhöhte Thrombosegefahr (Bildung von Blutgerinnseln in den
Gefäßen)– 1/3 der behandelten Personen klagt nach der Operation über Übelkeit – in den ersten drei Tagen nach der OP kann es, aufgrund des Beatmungsgerätes, zu Schmerzen beim Schlucken oder zu Heiserkeit kommen. – bei gesunden Patienten besteht ein Todesfallrisiko von 1:200.000
2. Örtliche Betäubung (Lokale Anästhesie)
- Anwendung:
Bei kleineren Eingriffen und bei solchen, bei denen sich der Patient bewegen muss. - Betäubung:
Die zu operierende Körperpartie wird durch Injektionen, Sprays oder Salben schmerzunempfindlich gemacht. Der Patient ist während der ganzen OP bei Bewusstsein und daher jederzeit ansprechbar. Bei Fettabsaugungen hat sich die Tumeszenz-Lokalanästhesie durchgesetzt, die zunehmend einer Vollnarkose vorgezogen wird. - Risiko:
allergische Reaktionen, allergischer Schock (anaphylaktischer Schock)
3. Dämmerschlaf
- Anwendung:
Wird häufig bei Nasen- und Augenlidkorrekturen angewendet, teilweise auch beim Facelifting. - Betäubung:
Die zu operierende Stelle wird lokal betäubt. Gleichzeitig versetzt der Narkosearzt (Anästhesist/In) den Patienten durch ein Beruhigungsmittel in eine Art Halbschlaf. Der Patient ist während des Eingriffs bedingt ansprechbar, hat dabei aber kein konkretes Zeitempfinden. - Risiko:
allergische Reaktionen, allergischer Schock (anaphylaktischer Schock)
Einflussfaktoren (auf die Wahl der Betäubung):
– Umfang und Komplexität des Eingriffs
– Dauer des Eingriffs
– Allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten
– Persönliche Bedenken/Ängste bzw. Einstellung
| HINWEIS: Klären Sie in einem Vorgespräch mit dem Operateur und dem Anästhesisten was in Ihrem Fall möglich und vertretbar ist, bzw. das geringste Komplikationsrisiko birgt. Lassen Sie sich vom Arzt genau erklären, wieso er die eine oder andere Variante der Narkose empfiehlt. |
Ihre Unterstützung ist für die Wahl der richtigen Narkose sehr wichtig. Beantworten Sie alle Kontrollfragen des Anästhesisten offen und ehrlich und beschönigen Sie nichts, was das den Erfolg der Operation gefährden könnte.
Hilfreiche Suchbegriffe fürs Internet:
Informationen zur Narkose, Lokalanästhesie, Peridualanästhesie, Anästhesie, Teilnarkose

